„EEG in Zahlen“ – Eigenstrombelastung leistet keinen nennenswerten Beitrag

„EEG in Zahlen“ – Eigenstrombelastung leistet keinen nennenswerten Beitrag

Zahlen sind bekanntlich nur auf dem ersten Blick objektiv. Denn es kommt immer darauf an, in welches Licht man die vermeintlich „harten Fakten“ stellt.

Bundesnetzagentur als Meisterin der Zahlen

Kurz vor Jahreswechsel hat die Bundesnetzagentur ihren Bericht „EEG-in-Zahlen 2016“ veröffentlicht. Das EEG sieht zahlreiche Meldepflichten vor, die Anlagenbetreiber, Netzbetreiber und Stromlieferant verpflichten, der Bundesnetzagentur bestimmte Daten zu übermitteln. Auf dieser Grundlage hat die Bundesnetzagentur den nun veröffentlichten Bericht erstellt.

EEG-Umlage für Eigenstrom

Interessant ist das aktuelle Zahlenwerk schon deshalb, weil es erstmals Angaben zur EEG-Umlagebelastung für selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom – dem sogenannten Eigenstrom – enthält. Die EEG-Umlage für Eigenstrom ist erst mit dem EEG 2014, das zum 01.08.2014 in Kraft getreten war, eingeführt worden. Zuvor war für Eigenstrom keine EEG-Umlage zu zahlen, nur für Stromlieferungen an Letztverbraucher war die EEG-Umlage zu zahlen.

Der Protest der Branche gegen die Einführung der EEG-Umlage für Eigenstrom ließ nicht lange auf sich warten. Zwar blieben Bestandsanlagen und Kleinstanlagen – wie etwa PV-Anlagen auf einem Einfamilienhaus – unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin von der EEG-Umlage verschont. Im Übrigen aber erschwere die neue Kostenlast die Errichtung weiterer Anlagen und führe zu neuen Formalitäten und Risiken, so die Kritik.

Kein nennenswerter Beitrag zur Finanzierung der Energiewende

Befürworter der EEG-Umlage für Eigenstrom argumentieren dagegen, dass sich alle Erzeuger an der Finanzierung der Energiewende beteiligen sollten – auch die Betreiber von PV-Anlagen. Die vorliegenden Zahlen zeigen nun jedoch, dass die Belastung des Eigenstroms mit der EEG-Umlage keinen nennenswerten Beitrag hierzu leistet. Denn das gesamte Aufkommen der EEG-Umlage summierte sich in 2016 auf rund 22,261 Milliarden Euro. Davon entfielen jedoch nur 41 Millionen Euro auf die EEG-Umlage für Eigenstrom. Das sind gerade einmal rund 0,2 Prozent des Gesamtaufkommens. Und von diesen 41 Millionen Euro entfielen auch nur 20 Prozent auf EE-Anlagen. Den deutlich größeren Anteil hatten KWK-Anlagen, die zur Eigenstromerzeugung genutzt werden.

Nun könnte man also sagen: „Seht ihr, alles halb so schlimm!“ – Man könnte aber auch sagen: „Wozu das Ganze?“ Wozu all die neuen Formalitäten, die bei Nichteinhaltung ein erhebliches Risiko für die Anlagenbetreiber bedeuten können? Wozu neue rechtliche Hürden einziehen, wenn das EEG die Errichtung neuer EE-Anlagen doch fördern soll? Die EEG-Umlage für Eigenstrom fällt nicht ins Gewicht – erst recht nicht im Vergleich zu den weitreichenden Privilegierungen der stromintensiven Industrie – und nützt daher niemanden. Man hätte sich den Ärger und die Sorgen in der Solarbranche auch ebenso gut sparen können.

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